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The Family Trade – Charles Stross (The merchant princes)

Grade hat die Journalistin Miriam Beckstein Hinweise auf Geldwäsche in großem Stil aufgedeckt, da wird sie gefeuert. Dass da ein Zusammenhang besteht wird ihr sofort klar. Ihre Adoptivmutter sieht nun den Zeitpunkt für gekommen, ihr den Nachlass ihrer verstorbenen Mutter zu hinterlassen: Ein Kettenanhänger mit hypnotischer Wirkung, der Miriam in eine Paralellwelt versetzt, in der mittelalterliche Zustände herrschen, und in der ihre Familie nach Gutdünken herrscht. Bald erkennt sie was deren Wohlstand begründet: Ihre Familie arbeitet als Drogenkurier in großem Stil. Die Ware wird in die Parallelwelt gebracht, da auf die andere Seite des Kontinents befördert, und landet dann wieder in unserer Welt. Dass Miriam sich schnell Feinde macht, kann man sich vorstellen und auch ihre BWL-Ausbildung hilft ihr weiter: dass das merkantilistische System nicht auf Dauer funktionieren kann, weiß sie, und will für Abhilfe schaffen.

Ihre kurzzeitigen Skrupel, damit die Kultur der fremden Welt zu zerstören, werden schnell von einer Vertrauten zerstreut: die mittelalterlichen Zustände will keiner. Doch dass in unserer Welt auch so einiges im Argen liegt wird schnell übersehen. Dass die amerikanische Wirtschaft ohne die Ausbeutung der Entwicklungsländer hart zu kämpfen hätte, wird noch nicht einmal angesprochen, das oberste Ziel scheint zu sein, die Paralellwelt in ein zweites Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu verwandeln.

Und das ist auch der gravierende Schwachpunkt der Romane, und der Grund, weshalb ich nach dem zweiten Band aufgehört habe zu lesen. Der erste Band hört auch leider mitten in der Geschichte auf, mit bösem Cliffhanger. So etwas mochte ich noch nie. Zudem war mir die Hauptperson etwas zu Karrieresüchtig.

Fazit: wer nicht über gesellschaftspolitische Konsequenzen nachdenken will, findet mit „The merchant princes“ eine spannende Abenteuergeschichte in typisch amerikanischem Stil.

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