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Twilight – Stephenie Meyer

Ok. Ich gebs zu. Ich habe Twilight tatsächlich mehr als einmal gelesen. Das heißt nicht, dass es gut ist – ich lese manchmal auch Schund zweimal.

Twilight ist Fast Food.

Fast Food unter Büchern erkennt man an folgenden Anzeichen: Alle finden es gut. Es wird viel Werbung gemacht. Der erste Biss schmeckt gut, obwohl das Gummibrötchen am Gaumen pappt und die Tomate zwar rot ist, aber nach nichts schmeckt. Die Geschmacksverstärker bringen einen dazu, alles in rasendem Tempo zu verschlingen. Satt ist man danach nicht und eine halbe Stunde später liegt einem ein Stein im Magen und im Mund bleibt ein schaler Geschmack zurück. TROTZDEM geht man wieder zu McDonalds.

(Na ja, ich nicht – bei McDonalds hab ich den Absprung geschafft.) Twilight ist flüssig geschrieben, bedient Klein-Mädchen-Fantasien und Klischees und endet in einer zuckersüßen Alles-geht-gut-aus-und-keiner-stirbt-Sahnecreme (der Burger war nicht nicht genug, anscheinend). Wunderbar nostalgisch: Man erinnert sich an die eigenen Teenager-Tragödien, scheinbar weltbewegend und tod-romantisch. Zudem sind die Hauptcharaktäre schön dreidimensional dargestellt. Und damit sind die starken Seiten auch schon abgekaspert.

Worums geht? Normalomädchen schmachtet Klassenschönling mit tragischem Mysteryhintergrund an, findet raus, dass er ein Vampir ist (aber ein guter, natürlich. Und ohne die üblichen Nachteile (Tageslicht, pfählen, Knoblauch usw – nix hilft)), und er (knapp 100 Jahre oder so) verliebt sich in die für ihn ebenso mysteriöse 16-jährige, weil er ihre Gedanken nicht lesen kann. Alle sind dagegen und das ganze ist eine riesige Tragödie, bis sich am Schluss alles in Wohlgefallen für alle auflöst.

Weitere Beispiele für Fast-Food-Literatur sind übrigens: The DaVinci Code von Dan Brown mit künstlichen Cliffhängern und durchschaubaren Leser-Verarschungs-Tricks à la „Der Böse hat zwei Namen, und gibt sich gleichzeitig als Guter aus“ oder die Elenium-Trilogie von David Eddings, wo die „Guten“ wetteifern, wer mehr „Böse“ niedermetzelt (aber die Bösen sind natürlich daran zu erkennen, dass sie Unschuldige in teuflischen Riten fressen… usw…)

Für alle gilt: Wer keine Lust hat, über die Moral der Geschichten nachzudenken und sich einfach nur dumpf entspannen will, der kann Twilight getrost runterwürgen.

Wie’s mir gefallen hat? (einer, für den halbwegs vernünftigen Schreibstil)

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